Medienpräsenz - 11.06.2010

Finsteres Mittelalter

Leserbrief als Reaktion auf «Religion und Staat: 'Gefahr der Gewalt bestehet'», WOZ Nr. 18/10

Das Engagement um Frau Keller-Messahli sollte wirklich unterstützt werden.

Denn wie die Medienauftritte von Frau Nora Illi im Nikab zeigen, geht es hier um sehr grundsätzliche Werte:

  • Sexismus: Eigentlich ist eine derartige Verhüllung eine Beleidigung für jedes männliche Wesen ab der Geschlechtsreife: Einem jeden wird unterstellt, sich beim Anblick eines Stückes frei sichtbarer weiblicher Haut gleich zu begeilen. Das ist Sexismus pur und eine Frechheit gegenüber all den Männern, die sich hier voll im Griff haben.
  • Die Haltung von Frau llli ist auch darin inkonsequent, dass sie sich nur vor männlichen Blicken schützt. Denn ob Sie es wahrhaben will oder nicht, es gibt auch in Frauengemeinschaften sexuelle Lust, sprich Lesben. So müsste sie die Verhüllung permanent tragen. Mit dieser Haltung verneint sie die Existenz von Lesben.

Im «Blick» sprach sie sich auch für die Mehrehe aus.

Wollen wir wirklich, dass so massiv die Rückreise ins finsterste Mittelalter propagiert wird? Ich denke, gerade aus linken Kreisen müssten hier klare Stellungnahmen zu hören sein. Auch das kann internationale Solidarität sein.

Brigitte Wenger Sahin, Basel

WOZ 23/10, 10.6.2010

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